Kryptoassets und internationale Steueraufsicht: Neue Meldepflichten und erhöhte Sanktionsrisiken

Ab dem kommenden Monat Mai beginnen die Meldungen der Kryptoasset-Dienstleister an die nationale Steuer- und Zollbehörde (DIAN).

Mit Resolution 000240 vom 24. Dezember 2025 (Resolución 000240 de 24 de diciembre de 2025) wurde die Resolution 227 vom 23. September 2025 (Resolución 227 del 23 de septiembre de 2025) geändert. Ziel ist die Festlegung des detaillierten Inhalts der meldepflichtigen Informationen durch Kryptoasset-Dienstleister (proveedores de servicios de criptoactivos), einschließlich Meldeintervalle, Fristen, technischer Anforderungen, Berichtigungsverfahren sowie der Pflicht zur Aufbewahrung der zugrunde liegenden Dokumentation.

Die Regelung dient der Umsetzung des automatischen Informationsaustauschs zwischen den Vertragsstaaten des Übereinkommens über die gegenseitige Amtshilfe in Steuersachen (Convención sobre asistencia administrativa mutua en materia fiscal), das durch Gesetz 1661 von 2013 (Ley 1661 de 2013) in nationales Recht übernommen wurde. Dem Übereinkommen gehören die Mehrheit der OECD-Staaten, Mitgliedstaaten der Europäischen Union sowie weitere Jurisdiktionen an.

Zweck der Meldungen ist die Identifizierung der Nutzer von Dienstleistungen der Kryptoasset-Dienstleister sowie die Erfassung der wesentlichen Merkmale der über diese Anbieter abgewickelten Transaktionen. Die Daten dienen sowohl dem internationalen Informationsaustausch als auch der steuerlichen Überwachung.

Die DIAN stellt klar, dass die Informationen spätestens am letzten Werktag des Monats Mai des auf das Berichtsjahr folgenden Jahres elektronisch einzureichen sind. Meldepflichtige Kryptoasset-Dienstleister haben für jede meldepflichtige Jurisdiktion, zu der Informationen vorliegen, eine gesonderte Datei zu übermitteln.

Die Resolution bestimmt ferner, dass bei verspäteter, fehlerhafter oder unvollständiger Übermittlung die Sanktionen gemäß Artikel 651 der Abgabenordnung (Estatuto Tributario, E.T.) zur Anwendung kommen. Die Norm etabliert damit ein erhöhtes Compliance-Risiko für betroffene Marktteilnehmer und verschärft den regulatorischen Rahmen im Bereich digitaler Vermögenswerte erheblich.

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